Warum Analog (manchmal)

Eigentlich war ich gerade dabei einen anderen Artikel zu schreiben. Er hat mich auch einige Mühe gekostet und auch lange Zeit um auf das nächste Thema zu kommen. Jetzt habe ich mich aber dazu entschieden ihn (noch) nicht zu veröffentlichen. Dazu habe ich mehrere Gründe aber der wichtigste ist ist der, dass ich in erster Linie über mich und meine Ansichten erzählen möchte, nicht eine Lehrbuchartige herum exerziererei. Evtl überarbeite ich ihn mal. 

Jedenfalls habe ich mich jetzt dazu entschieden ein Thema aufzugreifen welches mich ebenfalls in letzter Zeit beschäftigt. 

Mama 645 Mattscheibe


Analoge Fotografie. 


Warum mache ich das eigentlich? Der erste Grund ist der, dass es mir Spaß macht. Okay, das bringt mich für den artikel nicht weiter. 

Ich finde das Arbeiten mit analogem Material einfach schön. Es fühlt sich insbesonders bei voll mechanischen Kameras irgendwie echter an. Man hat was richtiges in der Hand, es macht kawum wenn man auslöst und man muss sich endlich wieder für etwas entscheiden. 

Insbesonders der letzte Punkt soll jetzt nicht missachtet werden. 

Als Gegenbeispiel will ich einfach mal daran erinnern das man heute soviel auf später verschieben kann. Ich brauch mir keine Gedanken um die Lichtfarbe (Farbtemperatur) zu machen, dank Rohdaten lässt sich dies später entscheiden. Ich habe gefühlte 10000 Megapixel und nach Möglichkeit ein Weitwinkel. Diese Kombination verführt unweigerlich dazu ein Bild zu machen auf dem alles zu sehen ist um anschließend seinen Ausschnitt zu wählen. Von den vielen anderen Varianten Entscheidungen zu vertagen rede ich jetzt nicht, wenn Ihr Lust habt macht euch selbst Gedanken darüber. 

Jetzt kommt das was wahrscheinlich jeder kennt nachdem man sagt "Mach ich morgen". Man macht es nicht morgen und auch nicht übermorgen. Man macht es womöglich gar nicht mehr, in unserem Fall heißt das die Bilder verschwinden auf der Festplatte und sind nie mehr gesehen. Das finde ich sehr sehr schade auch wenn ich mir selbst eingestehen muss: es geschieht mir selbst. 

Ich habe eine Tonne an Bildern auf der Festplatte die nie jemand sieht. 

120er Rollfilm

Eine Möglichkeit mich da zu Erden ist es nochmal auf Film zurück zu greifen. Was bringt das? Ich muss mich nochmal entscheiden. Der Film besteht aus (echten) Silber wenn ich also einfach alles knipse um mich später zu entscheiden verschenke ich echtes Geld. Anders gedacht wirft auch niemand einen Silberring einfach weg. In Konsequenz beschränkt man sich also. 

Die nächste Einschränkung ist die Anzahl der Bilder die man nun machen kann. "Spray and Pray" (alles zu knipsen und hoffen das etwas brauchbares dabei ist) geht hierbei schnell ins Geld.

 Kleines Beispiel: Eine manierliche Speicherkarte kostet etwa 100€ für grob 32Gb. Mit meiner Kamera kann ich etwa 600 Bilder machen bevor diese gefüllt ist. Somit sind wir bei 0,17€ pro Bild sofern ich die Karte nie mehr wieder benutze.

Nehme ich jetzt eine Analoge Kamera, die einen Film mit etwa vergleichbaren Detailgrad aufnehmen kann, kostet ein Film etwa 6,50€ und im Schnitt ist dieser nach 12 Bildern komplett belichtet. Breche ich das auf ein Bild herunter kostet dieses 0,54€. 

Letztlich bedeutet das, dass eine einmal zu verwende Speicherkarte in etwa 320€ kosten würde. 

 

Das Beispiel hinkt an verschiedenen stellen und ist auf gar keinen Fall repräsentativ, dennoch verdeutlicht es das man auch aus Kostengründen nicht wahllos alles abbildet. 

Jetzt kommt noch der größte Unterschied. Man sieht die Bilder nicht direkt. Es klingt trivial aber unterschätzen sollte man das nicht. 

Tri-X 400 Push @3200 Konzert

Diese ganzen Umstände zwingen einen dazu letztlich Entscheidungen zu treffen. Man kann es  nicht so wie beim digitalen machen (naja können schon aber es ist nicht sinnvoll). Dadurch das man sich im Vorfeld entscheidet hat man einen ganz andern Zugang zu den Bildern, man 

Beschäftigt sich gezwungener Maßen mehr mit der Materie, dies bringt auch Fortschritte in der Qualität. 


Ich vergleiche das ganze gerne mit Brotbacken. Im Grunde und man findet im Supermarkt auch Backmischungen. Letztlich gibt es aber eine befriedigendes Gefühl wenn man es vom Grund auf selbst macht und je öfters man es macht, sowie besser wird, desto mehr lernt man dies schätzen. 


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